Die Klais-Orgel
Die Würzburger Augustinerkirche besitzt für eine Orgel ideale Voraussetzungen: Raum und Klang können eine glückliche Symbiose eingehen. Architektonisch kann sich die Orgel räumlich ebenso wie akustisch entfalten. Der Orgelprospekt, der in der damaligen Klosterschreinerei hergestellt wurde, wirkt an der großen Westwand als plastisches, dreidimensionales Gebilde im Raum ebenso monumental wie filigran und durchsichtig durch den Verzicht auf Schleierbretter.
Das klangliche Konzept ist „symphonisch“ orientiert und beinhaltet warme, differenzierte Farben auf unterschiedlichen klanglichen Ebenen sowie eine große dynamische Bandbreite mit „Raumklang“ – vom leisesten Streichregister des Fernwerkes bis hin zum horizontal, fächerförmig in den Raum ragenden Zungenchor der Hauptorgel. Deutsch-romantisch geprägt ist die Orgel vornehmlich durch Register wie eine durchschlagende Clarinette 8’, Flöten und Streicher in 8’- und 4’-Lage und eine Streichermixtur.
Bei der aktuellen Renovierung wurde durch eine grundlegende Neuintonation der romantische Charakter der Orgel weiter verstärkt, die Wirkung der Schwellwerke erhöht. Durch behutsame Umdisponierungen konnte ein noch grundtönigerer Klang gefunden werden. Letzteres betraf vor allem die Chororgel, die nun besser zwischen dem Echowerk im Psallierchor und der Hauptorgel vermitteln kann. Als Klangkrone wurde in einer Blindfensternische ein englisches Tubawerk auf Hochdruck und im Pedal die 32`-Zunge ergänzt. Zudem brachte man die gesamte Spieltechnik auf den neuesten elektronischen Stand.